Der Grundgedanke der Inklusion

Weg von defizitärem Denken, hin zu der Anerkennung und Wertschätzung von Unterschiedlichkeiten. „Verschieden sein, ohne einander untergeordnet zu sein“ ist einer der Leitgedanken. Anstatt die Menschen den gegebenen Rahmenbedingungen der Gesellschaft anzupassen, sollen die Rahmenbedingungen den Menschen angepasst werden. Dies bedeutet eine Neustrukturierung auf vielen Ebenen - nicht zuletzt in den Köpfen aller Menschen. Dies ist das Ziel, muss aber auch der Anfang sein.

Der Integrative Kindergarten Plumpaquatsch e.V. arbeitet seit 1989 integrativ

Einige Kinder benötigen Unterstützung bei der verbalen Kommunikation, in der Kontaktaufnahme mit anderen Kindern oder bei der Bewältigung vom Tagesablauf. Der Begriff Integration weicht und verschwimmt derzeit immer mehr mit dem Begriff der Inklusion. Uns ist es wichtig, alle Kinder dahingehend zu begleiten, ihr Potential auszuschöpfen und sich in der Gruppe wohl und geborgen zu fühlen, da wir nur dadurch die Kinder darin unterstützen können, sich selbst und ihre Umwelt aktiv zu entdecken und zu gestalten- und so zu lernen. Um dieses zu ermöglichen, wird unser Team durch eine Vollzeit tätige Integrationsfachkraft unterstützt, von der alle Kinder der Einrichtung profitieren.

Da sich Inklusion aber nicht auf Kinder mit Beeinträchtigungen beschränkt, sondern alle Dimensionen der Heterogenität (z.B. auch Nationalität, Geschlecht) beinhaltet, legen wir einen großen Wert auf gendersensible Pädagogik.

Unser Team besteht aus insgesamt fünf ErzieherInnen und einem Auszubildenden, die insgesamt 30 Kinder in zwei Gruppen (13 Kinder von 4-6 Jahren und 17 Kinder von 2-4 Jahren) begleiten. Sowohl der Erzieher in Ausbildung als auch die Fachkraft für Integration sind männlich - damit liegt unser Anteil an männlichen Mitarbeitern bei etwa 33% und somit mehr als zehnmal über dem Bundesdurchschnitt von derzeit 3,2 %.

Wir legen großen Wert darauf, stärkenorientiert und reflektiert zu arbeiten. Vorab und immer wieder stellen wir uns die Fragen: Was bedeuten Männer im Team für uns? Welche Vorteile und Vorurteile sehen wir darin? Welche Erwartungen haben wir? Welche Rolle soll der Mann/die Männer einnehmen: „Typisch Mann“ sein? Werken, raufen und „stark sein“ um „Männlichkeit“ in unsere Kita zu bringen? Oder soll er auch wickeln, vorlesen und emphatisch sein, um Stereotype aufzubrechen und den Kindern zu zeigen: „Auch Männer können kuscheln!“

Genderbewusst beziehen wir ebenso auf den Umgang mit unseren Kinder: Was unterscheidet Jungen und Mädchen? Welche Bedürfnisse haben sie? Werden wir mit der Raumgestaltung und den Angeboten/Impulsen beiden Geschlechtern gerecht?

Insgesamt nutzen wir die Unterschiedlichkeit jedes einzelnen im Umgang mit den Kindern, Eltern und Kolleginnen um erfolgreich inklusiv und integrativ zu arbeiten.